Zutaten der Giovannoni Wermuts

Zutaten der Giovannoni Wermuts

 

Bevor wir auf Kräuter und Gewürze eingehen, ist doch die wichtigste Zutat der beiden Wermuts noch etwas Erläuterung wert. Giovannoni Rosso de Mayo und Giovannoni Seco sind beides Wermuts, bei denen mit Absicht der Charakter des Weines dominiert. Insofern grenzen sie sich vom Profil von den typischen italienischen, französischen und spanischen Wermuts ab.

 

Terroir der Weine

Daher hat sich Tato bei der Auswahl der Trauben für den Basiswein auch Unterstützung des renomierten Önologen und argentinischen Star-Winzers, Matías Michelini, gesichert, welcher die Trauben im Valle del Uco (Tal des Uco) bei Mendoza selektiert hat. Das Terroir des Valle del Uco ist dabei wüstenhaft und mit hohen Temperaturunterschieden, allerdings ist es etwas kühler, als in den östlicheren Weinbauregionen bei Mendoza, was leicht höhere Säurewerte der Weine ermöglicht, was die Weine frischer und lebhafter werden lässt. Zudem befinden sich im Boden in den höheren Gebieten des Valle del Uco um (1.200 bis 1.400m über Meeresniveau) hohe Kalzium-Ablagerungen, was ein weiteres Alleinstellungsmerkmal in der Region ist und das Valle del Uco so besonders macht und ein paar der spannendsten Weine hervorbringt.

Die Absicht ist, auch die über die Jahre verschiedenen Umwelteinflüsse auf die Weinernte in die Wermuts zu überführen und so tragen die Wermuts nicht nur die Jahresangabe der Ernte, sondern wir erwarten auch erkennbare Unterschiede in den Produkten von Jahr zu Jahr, wobei natürlich der Charakter erhalten bleibt.

 

Giovannoni Vermouth Seco

Für den Giovannoni Vermouth Seco, den weißen, extra trockenen Wermut stammt der Basiswein aus Torrontés Riojano-Trauben, eine wohl natürliche Kreuzung aus der eher früher in Argentinien bedeutsamen Criolla Chica und der Muscat d’Alexandrie, also einem Muskateller. Auch geschmacklich erinnern die meisten Torrontés-Weißweine sehr an Muskateller und haben eine ausgeprägte Aromatik bei feiner Säure und häufig auch eine leicht florale Anmutung, wie man es vielleicht von Gewürztraminer kennt.

Zur Herstellung des Wermuts werden 18 Zutaten aus regionalem Anbau im fertig ausgebauten Wein für etwa zwei Wochen mazeriert. Viele der Kräuter werden und wurden seit Generationen von der inidigenen Bevölkerung der Anden als Heilkräuter oder auch einfach als Aphrodisiakum genutzt. Im Einzelnen handelt es sich dabei um:

 

Spanisch Latein Deutsch
Ajenjo Artemisia absinthium Wermutkraut
Yerba Mate Ilex paraguariensis Blätter des Mate-Strauches
Cuasia Quassia amara Bitterholz
Olivo Ojas Olea Blätter des Olivenbaumes
Nuez Moscada Myristica fragrans Muskantnuss
Clavo de Olor Syzygium aromaticum (Blütenknospen) Gewürznelke
Ruda Ruta graveolens Weinraute
Ortiga Urtica Brennnessel
Cedrón Aloysia citrodora Zitronenverbene
Carnicera Erigeron bonariensis Argentinisches Berufkraut
Muna Muna Minthostachys mollis aus der Familie der Lippenblütler
Limón Cáscara Citrus x limon Zitronenzeste
Espina Colorada Solanum sisymbriifolium Raukenblättriger Nachtschatten
Tomillo Thymus Thymian
Burro Aloysia polystachya Flohkraut
Manzanilla Matricaria recutita Echte Kamille
Pera Seca   Getrocknete Birnen
Orejones   Getrocknete Aprikosen

 

Nach erfolgter Mazeration und wenn das Resultat dem Gaumen des Maestros entspricht, wird sowohl reiner Alkohol, als auch etwas Traubenmost aus den gleichen Torrontés-Trauben zugegeben, die für den Basiswein verwendet wurden. Der fast fertige Wermut wird jetzt noch (rein mechanisch) gefilert und unter Luftausschluss zwei Wochen ruhen gelassen, damit sich die Aromen besser verbinden können.

 

Giovannoni Vermouth Rosso

Für den Giovannoni Vermouth Rosso, den roten, extra trockenen Wermut stammt der Basiswein aus roten Bonarda-Trauben, was an sich schon eine Besonderheit ist, da die meisten roten Wermuts aus Weißwein hergestellt werden. Nur durch die Mazeration von Kräutern und Gewürzen (oder Zusatz- und Farbstoffe) erscheint ein solcher roter Wermut auch rot. Im direkten Vergleich kann man den Unterschied jedoch auch optisch sofort erkennen, da der Giovannoni Rosso kräftig rubinrot, fast lila, leuchtet und andere Vertreter der Kategorie doch eher rostbraun daherkommen. Spätestens beim Verkosten wird im Aroma und Geschmack der Rotwein-Ursprung sofort prägnant deutlich.

Dabei handelt es sich bei den in Argentinien als Bonarda bezeichneten Trauben nach neueren DNA-Untersuchungen wohl nicht wie bisher häufig angenommen um die Bonarda Piemontese, sondern um die schon von den Etruskern vor 3.000 Jahren im heutigen Norditalien angebaute Duce Noir, welche wohl im 19. Jahrhundert von italienischen Einwanderern eingeführt und in Argentinien angebaut wurde. Sie zeichnet sich durch sehr fruchtige, 'rote' Aromen, üblicherweise in Richtung Johannisbeere, Kirsche oder Feige aus.

Ähnlich zum Giovannoni Seco, werden auch beim Rosso verschiedene Kräuter und Gewürze aus der Region für zwei Wochen im Wein mazeriert, bevor wieder reiner Alkohol und Traubenmost aus Bonarda zugegeben wird.

 

Spanisch Latein Deutsch
Ajenjo Artemisia absinthium Wermutkraut
Inca Yuyo Lippia integrifolia aus der Familie der Eisenkrautgewächse
Cedrón Aloysia citrodora Zitronenverbene
Muna Muna Minthostachys mollis aus der Familie der Lippenblütler
Aguaribay Schinus molle Peruanischer Pfefferbaum
Quimpe Mastuerzo Coronopus didymus Zweiknotiger Krähenfuß
Meona Euphorbia serpens Schlängel-Wolfsmilch
Arca Chenopodium incisum aus der Gattung der Gänsefüße
Malva Malva Malve
Poleo Aloysia polystacha Flohkraut
Quinoa Chenopodium quinoa Quinoa
Melisa Melissa officinialis Zitronenmelisse
Nogal Hojas   Walnussblätter
Mandarina Cascara   Mandarinen-Zeste

 

Auch der Rosso bekommt noch eine zweiwöchige Ruhephase unter Luftausschluss und ist wie auch jeder Wein durchaus anfällig für geschmacksverändernde Oxidation, daher sollte die Flasche nach dem Öffnen verschlossen, sowie möglichst kühl und dunkel gelagert - und idealerweise innerhalb weniger Tage verbraucht werden. Zum Glück gibt's daher ja für den privaten Bedarf ja die 375ml-Flasche.